„Der Werterelativismus frisst uns alle auf.“, sagt Heiko. Ich
bin widerwillig beeindruckt. Ich hätte Geld darauf verwettet, das
Fremdwörterbuch, das wir ihm aus Spaß zum Tauftag geschenkt haben,
unter der wackelnden Ecke seines hässlichen Wohnzimmertischchens
wiederzufinden. Aber der Tisch wackelt weiterhin und Heiko spricht
plötzlich über den Werterelativismus.
Denken und Sprache bedingen sich gegenseitig. Hunger, Müde,
Geil, sowas kann man fühlen. Über den Werterelativismus
hingegen kann man ohne das Wort „Werterelativismus“ so rein gar
nichts denken, weswegen sich ein Wörterbuch zu Heiko ähnlich
verhält, wie lebenslange Gratismunition zu einem blinden
Sportschützen. Nett gemeint, aber wenn der Sani dann schließlich um
die Kurve biegt, denken wieder mal alle, dass man das auch hätte
kommen sehen können. Bis auf den blinden Sportschützen natürlich.
Der nicht.
