Ein rostendes Bahngleis. Darüber ein Bahnsteig, verwittert und an der Kante vom Gewicht des Wartens rundgeschliffen. Darauf ein alter Mann, wie so viele einstmals jung gewesen und nun dem Tode näher als dem Leben, einen letzten Fluch auf den spröden Lippen balancierend, weil das Ende pünktlich kommt und sonst leider nichts. „Weselsky... Weseeelskyyy....“
Die GDL streikt, für höheren Lohn, für weniger Überstunden und vor allem für das Recht, auch zukünftig die eine oder andere Liane im Tarifdschungel selber knüpfen zu dürfen. Die Bahn wehrt sich, verweist auf die EVG. Die EVG lässt sich stolz den Kopf tätscheln und der Bundesmichel versteht die Welt nicht mehr. Er ist stolz auf sein Land, in dem die Dinge ordentlich laufen, in dem man schon eine Busverspätung von 5 Minuten als ungeheuerliche Zumutung empfindet. Streiken? Das ist doch nur was für diese verlotterten Drittweltländer ohne florierenden Export und anständige Arbeitsmoral. Frankreich, oder so.
