Mittwoch, 4. März 2015


Hallo, ich bin Karsten und ich bin Ossi. Da es eh zur Sprache kommen wird, sage ich es einfach gleich. Wir hatten ja nüscht. Wir hatten keine Jeans, keine Fertigsauce, keine Bananen und vor allem keine Ahnung. Wir hatten auch keine Autos, nur Origamifahrzeuge aus Faltpappe, die sich allein deshalb bewegten, weil es eh nur abwärts ging.
Wir hatten kein ordentliches Fernsehen. Meine liebste Kindersendung war damals „Mauer-Rangers“, eine Serie über die heldenhaften Abenteuer dreier Wachsoldaten in Wernigerode, die Folge für Folge den real existierenden Sozialismus vor Republikflucht und der Realität beschützten.
Jede Episode funktionierte nach dem selben Schema. Erst schlichen sich einige Imperialisten, gebeugt, wie es ihrer niederen Moral entsprach, durch das hohe Gras heran, um die Rangers dann ein wenig mit Rolling Stones Platten und Lügen zu bewerfen, während diese ihre Gegner mit dem Glanz ihrer frischgewichsten Stiefel blendeten.

Freitag, 6. Februar 2015

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Über die Wasserkrise


Anmerkung:
Der folgende Text ist als Beitrag zum Viva con Agua WATERSLAM im Rahmen der WASH-Tage entstanden.

Einleitung in Form eines schlechten Witzes:
„Guten Tag. Ich möchte mich gern taufen lassen.“, sagte Ingobert Johnsonson.
„Gepriesen sei der Herr, mein Sohn. Aber ist das nicht etwas kurzfristig?“, antwortete der Priester.
„Die Bauarbeiter haben das Wasser aber heute abgestellt.“

Donnerstag, 8. Januar 2015

Dienstag, 6. Januar 2015

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Über das Treiben


„Jetzt kommen sie schon raus da.“, bittet der Mann in Bermuda-Shorts und ein flehender Unterton bewirbt sich um die Rolle des Obertons.
„Nein.“, sage ich und schicke ein Paar verschmitzte Wassertropfen in Richtung seiner entblößten Schenkel.
Armer Mann. Armer, armer Mann, der aus beruflichen Gründen gezwungen ist, violette Bermuda-Shorts mit gelbem Bananenstaudenprint zu tragen. Armer Mann. Bestimmt wird er viel bemitleidet. Von mir, von Joachim Gauck, für den das Mitleid eine berufliche Schlüsselqualifikation darstellt, von Kentucky Fred Chicken, dem überlebensgroßen Maskottchen eines nahe gelegenen Bräters, welches Kundschaft Tag ein Tag aus mit Gackern und allerlei Kapriolen zum Schmaus verführen soll. Armer Mann.
„Nein.“, sage ich und winke ihm zu.

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